Die neue "STEP-Elternschule" macht fit für das Familienglück
Diagnose: Oft ist die Interaktion zwischen Mutter, Vater und Kind gestört
"Was mach' ich bloß mit diesem Kind?" Immer mehr Eltern sind mit
ihrem Familienleben unzufrieden, beklagen sich über Dauerstress, Disziplinprobleme
und "taube Ohren". Erziehungsvorbilder fehlen, die stetig wachsende
Flut von Ratgeberbüchern hilft ihnen auch nicht recht beim Aufbau einer
erfüllten Eltern-Kind-Beziehung. Dieser Situation will die Stiftung
Kinderzentrum Ruhrgebiet durch die Einrichtung einer eigenen "Elternschule"
entgegenwirken.
Auf der Basis des in den USA seit vielen Jahren erfolgreich erprobten
STEP-Elterntrainings finden ab Januar 2003 in Bochum regelmäßige Trainingsworkshops
statt. Eine erste Informationsveranstaltung für interessierte Eltern,
in der Kinderärzte und STEP-Trainer Rede und Antwort stehen, findet
am Samstag, 2. November, ab 10 Uhr im Hörsaal der Universitätskinderklinik,
Alexandrinenstraße 5, statt.
Mit der STEP-Elternschule weitet die Stiftung Kinderzentrum Ruhrgebiet
ihr Aus- und Weiterbildungsangebot, das sich bisher in erster Linie
an medizinisches und therapeutisches Fachperson richtete, gezielt auf
Eltern und Erzieher aus. Den Ausschlag dafür gaben Erfahrungen aus der
Notfallambulanz der Universitätskinderklinik, in der pro Jahr rund 20.000
Kinder vorgestellt werden.
Eine wachsende Anzahl dieser Kinder, so Klinikchef Professor Dr. Christian
Rieger, ist nicht wirklich organisch krank. Im Laufe der Diagnose stellt
sich oftmals heraus, das die Interaktion zwischen Mutter, Vater und
Kind empfindlich gestört ist. Die Eltern verstehen die Signale nicht,
die das Kind sendet. Das Kind wiederum erlebt dauerhafte Frustrationen,
weil die Eltern sein Verhalten falsch interpretieren. Ein Teufelskreis
entsteht, an dessen Ende die überforderten Eltern zuweilen mit Vernachlässigung
oder sogar Misshandlung des Kindes reagieren.
Iris von der Lippe, Vorstand der Stiftung Kinderzentrum Ruhrgebiet:
"Was Eltern heute dringend brauchen, sind keine moralischen Vorhaltungen
oder gar Pillenrezepte für angebliche kleine Störenfriede, sondern gut
verständliche, erprobte Handlungsanweisungen, die ihnen zuverlässig
dabei helfen, ihr Kinder besser zu verstehen und Konfliktsituationen
gelassen zu bewältigen."
An diesem Punkt setzt das STEP-Elterntraining an. Der Begriff STEP steht
für "Systematic Training for Effective Parenting". STEP kommt aus den
USA. Seit 1976 haben in den USA mehr als vier Millionen Eltern an einem
STEP-Kurs teilgenommen. 60 wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen
den positiven Einfluss des Modells auf das Verhalten und den Erziehungsstil
der Eltern und damit auf das Verhalten der Kinder.
Die US-amerikanischen Autoren Don Dinkmeyer sen., Gary McKay und Don
Dinkmeyer jun. sind amerikanische Psychologen, die seit zwei Generationen
in der Familienberatung und -therapie tätig sind. Für die Kursreihe
in Bochum konnte die Stiftung Kinderzentrum Ruhrgebiet die Lehrerinnen
Trudi Kühn und Roxana Petcov gewinnen, die das STEP-Modell für den deutschsprachigen
Raum entwickelten. Kühn und Petcov verfügen über langjährige Erwachsenenbildung
mit einer Spezialisierung als STEP-Trainerinnen in den USA. Seit 2000
geben sie STEP-Elternkurse in Düsseldorf, seit 2001 bilden sie Kursleiterinnen
aus.
Die Kurse in Bochum beginnen Mitte Januar 2003. Eine Trainingsphase
umfasst 10 Workshops (eine einstündige Einführung und neuen Workshops
von jeweils 90 Minuten Dauer). In Gesprächen und Rollenspielen bearbeiten
die Teilnehmer ihre familiären Konflikte. Das Alter der Kinder ist dabei
unerheblich.
In den Workshops erhalten Mütter und Väter einfache, wirksame Tipps,
die ihnen helfen, immer wiederkehrende Konfliktsituationen in der Familie
zu bewältigen und zu einem glücklichen Zusammensein zurückzufinden.
Unterstützt wird der Kurs durch ein STEP-Elternhandbuch und ein Video,
das zentrale Situationen aus dem Familienleben nachstellt.
Das "STEP-Elterntraining" soll zu einer Dauereinrichtung werden. Eine
erste Informationsveranstaltung für Eltern, in der Mediziner und STEP-Trainer
Rede und Antwort stehen, findet am Samstag, 2. November, ab 10 Uhr in
der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Ruhr-Universität Bochum
am St. Josef-Hospital, Alexandrinenstraße 5, in Bochum statt. Information
und Anmeldung: Stiftung Kinderzentrum Ruhrgebiet - Telefon 5092635. |