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Lernen, Kindern Grenzen zu setzen
Elterntraining mit dem Ziel, dass die Familie bei Konflikten gemeinsame
Lösungen finden soll
Geht es Ihnen auch so? Sie sind es leid, negativ in die Schlagzeilen
zu geraten? Angefangen von der PISA-Studie, über Gewalt in der Schule
bis zum Burn-Out-Syndrom.
Sie möchten schon lange, dass Eltern nicht nur 'guten Willens' sind
und ihren Teil an der Verantwortung für die Erziehung ihrer Kinder an-
und ernstnehmen, sondern auch wissen, wie sie es anstellen können, ihren
Kindern Grenzen zu setzen und Konsequenzen folgen zu lassen, kurz: sinnvolle
Disziplin zu üben?
Sie möchten schon lange, dass Sie dann in der Schule diesen Weg weiter
beschreiten bzw. ausbauen können und es somit leichter bzw. möglich
wird, Schüler zu respektvollen, verantwortungsbewussten und mündigen
Mitgliedern unserer Gesellschaft zu erziehen?
Dann haben Sie in STEP eine Antwort auf Ihre Fragen gefunden.
PROFIL hat mit den Herausgeberinnen von STEP, Trudi Kühn und Roxana
Petcov (beide selbst Lehrerinnen und Mütter), über die Idee, die dahinter
steckt, gesprochen.
PROFIL: Was ist STEP und für wen ist STEP geeignet?
KÜHN: STEP ist ein präventives, systematisches Training für alle Eltern,
die das Ziel haben, ein kooperatives, stressfreieres Zusammenleben in
der Familie zu erreichen, um eine dauerhafte, starke Beziehung zu ihren
Kindern aufzubauen. Selbstverständlich ist STEP auch für die Arbeit
von Pädagogen und Erziehern geeignet, die stressfreiere, sinnvolle Disziplin
im täglichen Umgang mit Kindern und Jugendlichen erreichen möchten.
PROFIL: Was lernen Kursteilnehmer bei STEP?
PETCOV: Sie lernen, wie sie das Verhalten der Kinder aus einer neuen
Perspektive verstehen, ihre Wertvorstellungen und Überzeugungen überprüfen
und bewusst ihre Reaktion ändern können.
Die Eltern lernen vor allem Grenzen zu setzen. Innerhalb dieser Grenzen
aber sollte man den Kindern eine Wahl lassen und sie dann die Konsequenz
der eigenen Entscheidung erfahren lassen. Wichtig ist auch richtiges
Zuhören, bei dem man die Kinder ernst nimmt. Die Eltern lernen so mit
ihren Kindern zu sprechen, dass sie auch gehört werden. Auf dieser Basis
können Eltern und Kinder gemeinsam Lösungen für Probleme entwickeln.
PROFIL: Welche Eltern besuchen das Training?
KÜHN: Dies ist ganz unterschiedlich. Manche kommen, weil ihr Kind in
der Schule störend auffällt, indem es ständig den Clown spielt. Andere
kommen einfach nur, um ein besseres Verhältnis zu ihren Kindern zu bekommen.
PROFIL: Wie läuft ein STEP-Kurs ab?
PETCOV: In zehn zweistündigen Treffen lernen die Kursteilnehmer Verhaltensänderungen,
die auch in Rollenspielen geübt und zuhause angewandt werden. Die Kursteilnehmer,
also die Eltern selbst, unterstützen einander durch Erfahrungsaustausch.
PROFIL: Woher kommt STEP?
KÜHN: STEP-Elterntraining kommt aus den USA und ist von über fünfhundert
Elterntrainingsprogrammen das erfolgreichste. Seit 1976 haben vier Millionen
Eltern an einem STEP-Kurs teilgenommen.
PROFIL: Auf welcher theoretischen Grundlage basiert STEP?
PETCOV: STEP basiert auf der Individualpsychologie A. Adlers und den
Forschungsergebnissen des Psychologen Professor R. Dreikurs ("Kinder
fordern uns heraus"). STEP basiert auf der Gleichwertigkeit von Eltern
und Kindern als würdige Menschen im respektvollen Umgang miteinander.
STEP ist weltanschaulich neutral.
PROFIL: Sie bilden auch Kursleiter aus?
KÜHN: Als Kursleiter können sich Lehrer, Psychotherapeuten, Psychologen,
Sozial- und Diplompädagogen und (Kinder-) Ärzte ausbilden lassen. Es
finden mehrmals im Jahr zweiteilige (1. Teil: vier Tage, 2. Teil: zwei
Tage) Kursleiterseminare statt.
PROFIL: Was sind die nächsten Schritte?
PETCOV: In der nächsten Zeit werden wir das Elternhandbuch für die Erziehung
von kleinen Kindern (März 2003), dann den Grundkurs für die Erziehung
von Teenagern (zwölf bis achtzehn Jahre), das spezielle Fortbildungsprogramm
für Lehrer und die Weiterbildung für Erzieher veröffentlichen. |