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Kommt Ihnen diese Szene bekannt vor?

Durch die Anwendung des pädagogischen Konzepts von STEP kann eine Veränderung in Ihrem Schulalltag eintreten!

Bei einer STEP Fortbildung für Lehrer/innen können Sie sich mit folgenden Themen - strukturiert, praktisch, individuell, ermutigend, nachhaltig – auseinandersetzten:

  • das Verhalten der Menschen aus der Sicht der Individualpsychologie (Lebensstil) reflektieren und verstehen

Karen (15) möchte es bequem haben (ihr Lebensstil) und vermeidet deshalb, in der Schule Verantwortung zu übernehmen. Solange sie dieses Ziel – zumindest meistens – erreicht, wird sie wahrscheinlich kein Fehlverhalten zeigen. Wenn sie aber auf Aktivitäten stößt, bei denen sie Angst hat, dass sie die Aufgaben nicht ohne großen Ansatz erfolgreich erfüllen könnte, ändert sie ihr Verhalten: z.B.  sie erfüllt die Aufgabe so nachlässig, dass sie in Zukunft keine mehr übertragen bekommt.

  • hinderliche Sichtweisen revidieren und Stärken und neue Handlungskompetenzen effektiv einsetzen

Herr Eckes erkennt, dass er durch ständiges Wiederholen seiner Anweisungen für Schüler/innen, die immer wieder nachfragen, sich bei den Schüler/innen zwar beliebt macht, sich selbst und den Fähigkeiten der Schüler/innen gegenüber aber keinen Respekt erweist. Deshalb schreibt er jetzt alle Anweisungen an die Tafel. Wann immer ein/e Schüler/in um eine Wiederholung bittet, zeigt er nun wortlos auf die Tafel. Herr Eckes ist seinen Frust los und er fühlt sich entsprechend wohl.

  • auf das Fehlverhalten der Schüler/innen anders als bisher – unerwartet! - reagieren, die Perspektive  ändern und positives Verhalten der Schüler/innen stärken.

Frau Schwartz hat sich entschieden, Felix (14) für seine ausdrucksstarken Gesten nicht wieder einmal zu bestrafen – denn das würde ihm erneut Anlass dazu geben, es ihr heimzuzahlen. Es gelingt ihr, seine nonverbale Feindseligkeit nicht persönlich zu nehmen – sie erkennt, dass er, aus seiner Perspektive, tief verletzt ist, dass sie für ihn nur ein weiterer „Feind“ unter vielen ist. Frau Schwartz bleibt freundlich und geduldig mit ihm. Sie ermutigt ihn, seine Stärken konstruktiv einzusetzen – z.B. bietet sie ihm an, sich zum Streitschlichter ausbilden zu lassen, denn Fairness ist ihm wichtig.


 

  • zwischen Ermutigung und Lob unterscheiden, die intrinsische Motivation der Schüler/innen stärken und sich selbst in der Rolle als Lehrer/in regelmäßig ermutigen - u.a. `den Mut haben, nicht perfekt zu sein´, Fehler als Lernprozess sehen und daraus lernen.

Fatima (10) hat sich im Englischtest sehr verbessert. Statt „Ich bin so stolz auf dich!“ kommentiert Frau Sturm die Arbeit mit: „Du hast Fortschritte gemacht! Du kannst stolz auf dich sein!“.
Wenn Sandra (13) während einer Klassendiskussion aufmerksam oder nachdenklich zuhört, wenn sie zustimmend lächelt oder einfach nur aufschaut, zeigt ihr Herr Brandt durch freundliches Nicken, dass er ihre Beteiligung, ihr Mitdenken wahrgenommen hat und anerkennt.

  • auf respektvolle Art kommunizieren:

    - achtsam zuhören, um den/die Ansprechpartner/in zu verstehen:

„So wie ich verstehe, fühlst du dich von deiner Arbeitsgruppe nicht ernst genommen?“ (statt z.B. „Mach einfach mit, dann zeigst du ihnen, dass du was kannst!“)
„Korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber du klingst frustriert, weil du gerne die Rolle gehabt hättest?“ (statt z.B. „Man kann im Leben eben nicht alles haben, was man sich wünscht. Die Welt geht aber deswegen nicht unter!“)

- als Sprecher/in die eigene Meinung und eigenen Gefühle nachvollziehbar und ohne zu  beschuldigen ausdrücken

Der Rektor spricht den Lehrer persönlich an: „Herr Fröhlich, wenn ich Ihre Noten erst um 17:30 Uhr erhalte, komme ich sehr in Bedrängnis, weil ich sie bis 18:00 Uhr wegschicken muss.“ (statt: Der Rektor, mit lauter Stimme im Lehrerzimmer: „Herr Fröhlich, ich werde immer mit Ihren Verzögerungstaktiken hingehalten. Jetzt will ich Ihre Noten bis heute Mittag auf dem Tisch haben!“)

  • entscheiden, wer die Verantwortung für die Lösung anstehender Probleme übernimmt, die Schüler bei der Lösungsfindung durch die Erforschung von Alternativen unterstützen - u.a. durch effektive Zweiergespräche und den Klassenrat.

Aygül (9) ist aufgebracht, weil sie sich mit Laura gestritten hat und Laura sie nicht mehr mag. Frau Schmidt hört ihr einfühlsam zu, aber es ist das Problem der Schülerin. Sollten Aygüls aufgebrachte Gefühle einen negativen Einfluss auf ihre Leistungen in der Schule haben, könnte sich Frau Schmidt entscheiden, ihr zu helfen, indem sie Aygül in einem Zweiergespräch fragt, was sie tun könnte, um sich mit Laura zu vertragen.

  • Disziplin auf sinnvolle, kooperative Weise ausüben und als Lernprozess erachten - die Schüler/innen aus den Folgen ihrer Entscheidungen lernen lassen, mit dem Ziel Selbstdisziplin zu entwickeln.

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    Prävention durch Einbeziehung der Schüler/innen in den Bildungs- und Erziehungsprozess:

Indem Lehrer/innen ihre Schüler/innen wie einzigartige Individuen mit unterschiedlichen Ressourcen behandeln, die Vertrauen und Respekt verdienen, erzeugen sie eine ermutigende, partizipative Atmosphäre und beugen dadurch Disziplinproblemen vor. Z.B. können Schüler/innen an der Notenvergabe durch Lernverträge beteiligt werden: „Du kannst entscheiden, auf welche Note du in diesem Themenbereich hinarbeiten möchtest. Die Aufgaben, durch die du die jeweiligen Noten erreichen kannst, findest du auf dem Blatt.“

- Intervention durch natürliche und logische Konsequenzen:

Gamal (14) behindert wiederholt die Zusammenarbeit in seiner Gruppe. Herr Weiss gibt Gamal die STOP-Karte und sagt, respektvoll und bestimmt: „Dein Verhalten zeigt mir, dass du dich entschieden hast, uns jetzt beim Projekt nicht zu unterstützen.“ Entsprechend der Vereinbarung, geht der Schüler in den Raum neben dem Sekretariat und kommt 15 Minuten später zurück, um mit der Gruppe am Projekt weiterzuarbeiten.

  • die Dynamik der Klasse als Gruppe verstehen und den Zusammenhalt der Klasse durch Strategien zur Entwicklung einer kohäsiven Gruppe fördern

Zum Beispiel, Lehrer/innen ermutigen Schüler/innen, sich gegenseitig zu helfen, statt miteinander zu konkurrieren: Frau Müller bittet ihre Schüler/innen ihre eigenen Ressourcen – Fertigkeiten und Fähigkeiten – aufzuschreiben, mit denen sie bereit wären, anderen Schüler/innen zu helfen. Sie bittet sie auch, Dinge aufzuschreiben, die sie gerne von anderen lernen möchten. Dann erstellt sie ein Talentverzeichnis und bringt die passenden Schüler/innen zusammen.
Im Klassenrat – ein besonders wirksames Instrument, um einen kohäsiven Klassenverband in einer demokratisch geführten Klasse zu schaffen – tauschen Schüler/innen und Lehrer/innen gleichwertig Ideen, Gefühle, Meinungen, schmieden gemeinsam Pläne und lösen Probleme.

  • Fertigkeiten für die Gesprächsleitung (Kommunikations- und Moderationskompetenzen) sowie die STEP Strategien anwenden, um die Klasse als Gruppe durch eine demokratisch-partizipative Führung erfolgreich zu leiten.

Der Führungsstil des/der Lehrers/Lehrerin hilft den Schüler/innen zu lernen, andere Menschen als gleichwertig zu behandeln, sich für das eigene Verhalten verantwortlich zu fühlen und in einer demokratisch gestalteten Umgebung ihren Platz zu finden. Für die professionelle Gesprächsleitung ist es unentbehrlich, über effektive „Werkzeuge“ – wie z.B. Verallgemeinern, Weiterleiten, Direkte Interaktion fördern, Feedback oder Ermutigung – zu verfügen.

  • die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler/innen, u.a. ihre soziale Kompetenz, als Vorbereitung auf das Leben, insbesondere auch auf die Arbeitswelt, fördern.

In der Unterrichtseinheit „Soziale Kompetenz“ lässt Frau Sander ihre Schüler/innen Bilder zeichnen, die Gefühle darstellen. Sie bittet sie, kurz über Themen zu schreiben, wie z.B. „Ich fühle mich einsam, wenn __________“ und „Ich bin wütend, wenn ________“. Sie regt ein Gespräch darüber an, indem sie die Schüler/innen fragt „Was könnt ihr tun, wenn ihr euch einsam fühlt? Wenn ihr wütend seid?“ Sie lädt ihre Schüler/innen ein, Gefühle durch Musik oder Tanz darzustellen und auszudrücken. Dann lässt sie sie sich austauschen über die Erfahrung, die sie mit dieser Übung gemacht haben.

 
  • mit den Eltern bei der Erziehung und Bildung der Kinder in einer wertschätzenden, effektiven Partnerschaft zum Wohl der Kinder an einem Strang ziehen -   Transparenz und Integration schaffen.

Die Basis für eine gelungene Zusammenarbeit mit den Eltern legt Herr Otto schon vor den persönlichen Gesprächen, indem er den Eltern regelmäßig „ermutigende Rückmeldungen“ über ihre Kinder – kurze Nachrichten über ihre Fortschritte und verbesserte Kooperationsbereitschaft – zukommen lässt. Damit steigen die Chancen, dass die Eltern ihm ihr Vertrauen schenken. Sie werden seine wertschätzende Haltung und sein Interesse zu schätzen lernen.
Ein weiterer Schritt zur erfolgreichen Zusammenarbeit mit den Eltern ist ihre Präsenz bei den von den Schüler/innen selbst vorbereiteten Gesprächen über die Lernfortschritte und die eigenen Lernziele des/der Schülers/Schülerin. Bei diesen Gesprächen sind die Eltern nur interessierte Zuhörer.

Mit Hilfe der in der Fortbildung geübten und in der Praxis ausprobierten STEP Strategien können Sie flexibel, individuell und wirkungsvoll mit den täglichen Herausforderungen im Schulalltag (mit dem einzelnen Schüler, der Klasse als Gruppe, den Kolleg/innen, der Leitung der Schule) umgehen.

Ihr Unterricht könnte dann z.B. so stattfinden: