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Evaluation in Deutschland Evaluation in den USA
Evaluation von STEP in Deutschland
Erste Phase der Evaluation
STEP Elterntraining wurde in Deutschland zum ersten Mal im Zeitraum März 2005 - Dezember 2006 unter der Leitung von Professor Klaus Hurrelmann von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld wissenschaftlich evaluiert. Im Rahmen dieser Untersuchung wurden die Wirksamkeit und Akzeptanz von STEP überprüft.
Die zwei Zwischenberichte der wissenschaftlichen Begleitforschung wurden Oktober 2005 bzw. Mai 2006 veröffentlicht.
Der Abschlussbericht vom Januar 2007 (Autorinnen: Dr. Kordula Marzinzik, Sabine Kluwe, Dipl.-Psych., Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften) stellt die Ergebnisse dieser ersten Evaluation des STEP Elterntrainings in Deutschland vor. Im Abschnitt 3.4 des Berichts, S. 27/34 werden die zentralen Ergebnisse zur Wirksamkeit des STEP Elterntrainings dargelegt. Im Fazit (S. 34) schreiben die Wissenschaftlerinnen:
„Auch im Bereich objektiver Kriterien werden die Anforderungen an ein erfolgreiches Erziehungstraining erfüllt. So konnten 2 wichtige Erlebensqualitäten in der Elternrolle (Gefühl Erzieherischer Kompetenz + Bindungsqualität) durch das STEP Training deutlich positiv beeinflusst werden. Mit dem Gewinn an Selbstvertrauen und dem Erleben einer verbesserten Bindung zum Kindfühlen sich die Eltern am Ende insgesamt wohler in ihrer Rolle als Mütter und Väter. STEP bewirkt zudem bei den Teilnehmern die positive Entwicklung hin zu einem konsequenten, klaren Erziehungsstil (Rückgang von „Weitschweifigkeit“). Dass ein STEP Kursbesuch vor allem den elterlichen Überreaktionen so effektiv entgegen wirkt, muss als besonderer Erfolg des Erziehungstrainings betrachtet werden: sie fügen nicht nur emotionale Verletzungen zu und gefährden so das Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kind, Überreagieren kostet auch die Mütter und Väter sehr viel Kraft. STEP gibt den Eltern hier Alternativen für die Kindererziehung an die Hand, die dabei helfen, die Vertrauensbasis zu erhalten und den „Dauerstress“ im Erziehungsalltag zurückzufahren.“
Wie werden die zertifizierten STEP Kursleiter/innen von den Eltern bewertet?
Erstmalig haben in einer Evaluation von Elterntrainings auch die Eltern die Chance bekommen, die Kursleiter/innen zu beurteilen und sie mit eigenen Worten zu beschreiben. Mit dem Ergebnis, dass die Kursleiter/innen von den Eltern durchwegs mit Ausdrücken wie `wertschätzend, wohlwollend, respektvoll, ermutigend, einfühlsam, annehmend, überzeugend, kompetent und humorvoll´ bedacht wurden. Die Unterrichtsmethodik wurde als `zielgerichtet, strukturiert, systematisch, schlüssig, konsequent´ bezeichnet (Zitate aus Evaluation des STEP Elterntrainings, Oktober 2005).
`Aus den insgesamt sehr positiven Ergebnissen der ersten Auswertungen seien nochmals die besonderen Verdienste der STEP Trainer/innen herausgestellt. Ihnen gelingt es nicht nur, für die Vermittlung der zentralen STEP Elemente `Ermutigung´ und `Aktives Zuhören´ Bestnoten in der Elternbeurteilung zu erzielen. Die Auswertung belegt auch, dass sie es verstehen, eine vertrauensvolle, offene Trainingsatmosphäre zu schaffen, in der sie das STEP Konzept klar, überzeugend und authentisch vermitteln. ´(Zitat aus Evaluation des STEP Elterntrainings, Oktober 2005)
D.h. die Kursleiter/innen fungieren als Vorbild für die Eltern, was den Umgang mit den Kindern anbetrifft: Die Eltern erleben im Kurs die Atmosphäre, die sie dann zu Hause in der Familie umsetzen.
Das Projekt wurde durch die Winzig-Stiftung Wuppertal gefördert.
Zweite Phase der Evaluation
Seit August 2006 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Evaluation von STEP im Rahmen der Präventionsforschung. Zentrale Fragestellung dieser zweiten Phase der Evaluation ist, inwiefern die Einbindung in Settings wie Schule und Kindertagesstätte und die Kooperation mit der Familienhilfe dazu beitragen, verschiedenen Elterngruppen - insbesondere solchen in sozial benachteiligten Lebenslagen - den Zugang zu einem Elterntraining zu erleichtern, das die Kompetenz der Eltern stärkt und ihr Verantwortungsbewusstsein fördert.
Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden in einem Kurzbericht anlässlich der Abschlusstagung am 16.6.2009 in Bielefeld vorgestellt.Der Abschlussbericht wurde 2010 veröffentlicht.
Eine kurze Vorstellung der Projekte finden Sie unter www.uni-bielefeld.de/gesundhw/beep/index.html.
STEP Evaluation in den USA
Zusammenfassung bezogen auf die Anwendung und die Wirksamkeit des STEP Programms
Zusammengestellt für AGS (American Guidance Service Inc.) von Dr. David G. Gibson, 1999
Diese Zusammenfassung basiert auf 61 Untersuchungen, die zwischen 1976 und 1999 mit verschiedenen Zielgruppen unter unterschiedlichen Bedingungen und mit einer Vielzahl von psychologischen Messinstrumenten durchgeführt wurden.
Beim sorgfältigen Durcharbeiten der 61 Untersuchungen wird deutlich, dass das STEP Programm seit seiner Einführung durch Don Dinkmeyer Sr. und Gary McKay 1976 auf vielfältige Art und Weise benutzt und untersucht worden ist. Es ist das populärste der vielen Elterntrainingsprogramme, die angeboten werden und nach Ansicht des Autors (Dr. Gibson), eines der von pädagogischen und psychologischen Forschungsinstituten am gründlichsten untersuchten Programme.
Der Autor hat mit den vorliegenden 61 Studien detaillierte Untersuchungen zusammengetragen. Obwohl "durchschnittliche" Eltern am häufigsten bei diesen Studien beobachtet wurden, ist das STEP Programm auch bei speziellen Zielgruppen, wie sozial benachteiligten Eltern, drogenabhängigen Eltern, Pflegeeltern, Eltern von Kindern mit Leseschwierigkeiten, benachteiligten alleinerziehenden Müttern, Eltern aus der Mittelschicht, Eltern, die ihre Kinder missbraucht haben, Chicana Eltern, mexikanisch-amerikanischen Eltern, Eltern aus den Appalachen, Kanada, Puerto Rico und Australien erfolgreich angewandt worden. Außerdem wurden bei der Evaluation des STEP Programms auch Eltern von Kindern, die folgende Auffälligkeiten zeigten, berücksichtigt: sozial-auffällige Kinder, Schüler mit niedrigem Notendurchschnitt, "Problem"-Kinder, Kinder mit Lernschwierigkeiten, Kinder mit Entwicklungsstörungen, Kinder mit Behinderungen, Kinder mit niedriger Selbsteinschätzung, Kinder, die bei Pflegeeltern wohnen und auf die Adoption warten und Teenager, die wegen emotionaler Probleme oder Verhaltensproblemen während des Tages stationär behandelt wurden. Es scheint keine Gruppe von Eltern oder Kindern zu geben, die nicht von Adlers Prinzipien, wie sie im STEP Programm entwickelt wurden, profitiert haben.
Die Hauptfrage, die bei der Evaluation von Elterntrainingsprogrammen untersucht wird, ist "Funktioniert es?" Außerdem wurde die Frage gestellt, ob das Programm in den unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, aus denen Eltern und Kinder kommen, funktioniert. Was die Evaluation angeht, bedeutet dies, dass Fragen gestellt wurden hinsichtlich der Wirksamkeit und der allgemeinen Anwendbarkeit des STEP Programms. Die Wirksamkeit ist in fast allen Untersuchungen und Nachprüfungen erfasst worden, die hier zusammengetragen wurden. Der Erfolg des STEP Programms bei verschiedenen Zielgruppen wurde durch eine Vielzahl von unterschiedlichen Untersuchungsmethoden gemessen und eindeutig erwiesen. Unter den Ergebnissen gibt es jedoch einige Beispiele, bei denen die Änderung der Eltern bzgl. ihrer erworbenen Kenntnisse, ihrer Haltung und ihres Verhaltens etc. nicht den statistisch relevanten Wert erreicht hat.
Eine erste Analyse der Studien bzgl. der Wirksamkeit des STEP Programms, wurde 1993 abgeschlossen (Dr. Gibson 1993). Diese Analyse umfasste 40 Studien. Die Hinzufügung von 21 weiteren Studien (1999) hat die Ergebnisse, die sich aus der Analyse der ersten 40 Studien (1993) ergeben hatte, nicht verändert. Möglicherweise möchte der gründliche Forscher und Anwender von STEP das Ergebnis der Analyse dazu nutzen, seine eigene Forschung und/oder Erfahrung mit STEP Elterntraining zu maximieren. Kurz zusammengefasst: die Evaluation hat gezeigt, dass nach kurzer Zeit bedeutsame, positive Veränderungen in verschiedener Hinsicht eingetreten sein, wie z.B. eine Veränderung der Haltung bzgl. demokratischer Erziehung, Einfühlsamkeit bzgl. der Kinder, Anwendung der STEP Fertigkeiten (z.B. Ziele des Fehlverhaltens, aktives Zuhören, natürliche und logische Konsequenzen, Familienkonferenzen etc.), Funktionieren der Familie und Reduzierung von Stress, Selbsteinschätzung von Eltern und Kindern und Fehlverhalten der Kinder, das sowohl von den Eltern selbst, als auch von anderen bemerkt wurde. In 13 Studien wurde beobachtet, dass das veränderte Verhalten nicht notwendigerweise von allen Eltern über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten wurde.
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